Tradition – Klasse 8a

Am 12. und 13. März 2016 sang und spielte die Klasse 8a das Stück TRADITION nach Motiven einer Erzählung des jiddischen Dichters Sholem Alejchem. Eine Geschichte, die von Kultur und Tradition handelte, von Heimat und Verlust erzählte und die Hoffnung auf Aufbruch und Neuanfang nicht aufgab. 

Eine Familie im Shtetl, einem kleinen Jüdischen Städchen im Russischen Kaiserreich um die Jahrhundertwende: Ein Vater, eine Mutter und fünf Töchter, eine Heiratsvermittlerin und die Nachbarn und Freunde – manche hat man lieber, andere weniger… zum Beispiel die nicht-jüdischen Nachbarn, die immer wieder das friedliche Miteinander und die Existenz bedrohen… In diesem Dörfchen finden wir eine Ansammlung von unterschiedlichen Menschen mit all ihren Freuden, Leiden, Problemen und Träumen; und was diese Gemeinschaft verbindet, ist, wie der Milchmann Tewje sagt: “…was unser seelisches Geichgewicht erhält, ist mit einem Wort gesagt: TRADITION!”

Es sind aber unruhige Zeiten, große Veränderungen stehen bevor und einige verheißen nichts Gutes.
Und es sind die Töchter, die noch dazu die festgefügte Ordnung des Schtetls im vorrevolutionären Russland durcheinander bringen. Mit Lebensweisheit und Humor gelingt es aber dem Vater, die Dinge zu meistern und das Gleichgewicht zwischen den Gewohnheiten und den Veränderungen, den Träumen und der ständigen Geldknappheit zu halten… so ist es kein Wunder, dass er singt: “Wenn ich einmal reich wär…”!
Der Vater muss sich mit potentiellen Schwiegersöhnen auseinandersetzen, die nicht den alten Traditionen entsprechen, dafür aber den Vorstellungen seiner Töchter. Wie wird er handeln und entscheiden?
Wie der Fiedler auf dem Dach spielt der Vater “eine einschmeichelnde Melodie, ohne sich das Genick zu brechen”.

Am Ende führen aber die äußeren Ereignisse zu weit größeren Veränderungen. Vertreibung und Entwurzelung stehen an und schon “bald wird man ein Fremder sein an fremdem Ort”… Die Familie wird auseinander gerissen und in unterschiedliche Himmelsrichtungen verstreut. Die Zukunft ist ungewiss und die Welt des Schtetls versinkt für immer…