Inklusion

Wir wollen eine Schule für alle sein, mittendrin, in Berlin Kreuzberg

Unser Ziel ist eine inklusive Erziehungs- und Unterrichtspraxis: Entwicklungsorientiert, am einzelnen Menschen ausgerichtet und kooperativ. Sie resultiert aus der Zusammenführung von Sonder-, und Allgemeinpädagogik und führt uns zu eine neuen Qualität von inklusiver Pädagogik: Einer Schule für alle.

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Integration fordert von allen Beteiligten, Schülern, Lehrern und Eltern ein hohes Maß an Kritikfähigkeit und Gesprächsbereitschaft und bedeutet, sich gegenseitig ernst zu nehmen. Geduld, Toleranz und sich ständig erneuernde Gesprächsbereitschaft sind unersetzlich. Vielfalt ist der Normalfall und muss als Chance, nicht als Belastung oder Problem aufgefasst werden.

Die erste Inklusionsklasse schließt in diesem Jahr die Schule ab. Nachdem die Grund- und Mittelstufe bereits ein funktionierendes Konzept entwickelt und in weiten Teilen erprobt hat, sind wir jetzt mit der Anpassung der Oberstufe beschäftigt und die Entwicklung eines beruflich orientierten Zweigs wird ständig weiterentwickelt. In diesem Jahr wird die erste Inklusionsklasse ihren Waldorfabschluss machen.

Schon kurz nach der Gründung der Freien Waldorfschule Kreuzberg haben Lehrer und Eltern, unterstützt durch den Schularzt einen engagiert arbeitenden Therapie- und Förderbereich aufgebaut. Trotzdem dieses Engagenments konnten manche Kinder in ihren pädagogischen Bedürfnissen nicht ausreichend gefördert werden, weil sie in den großen Waldorfklassen mit einem Lehrer nicht die Unterstützung erhielten, die sie brauchten.

Mit dem Angebot des Senats im Jahr 2002, das anliegende Kinderheim zu kaufen, wurde die zweizügige integrative Waldorfschule Kreuzberg realisierbar. Rudolf Steiners Menschenkunde und die Erfahrungen integrativ arbeitender Grund- und Sekundarschulen in Berlin waren wichtige Wegbegleiter in dieser ersten Phase. Die Parzival-Schule in Berlin bot ihre Kooperation an, wissenschaftlich wurde die erste Phase mit einer Doktorarbeit begleitet.

2003 begann der integrative Zug mit einer kleinen Klasse von 20 Schülern und 5 Schülern mit sonderpädagogischem Bedarf, die im Team von zwei Lehrern unterrichtet werden. Die Teamarbeit ist für die b/c Klassen der wesentliche Baustein für die integrative Arbeit. Beide Lehrer sind gleichermaßen für die Kinder verantwortlich, sie unterrichten gemeinsam je nach Fähigkeiten und mindestens eine/r von beiden ist sonderpädagogisch geschult.

In den Fachunterrichten werden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und nach Möglichkeit und Bedarf durch Praktikanten unterstützt. Während der Unterstufe von Klasse 1-4 sind die Kinder beider Klassen am Nachmittag im Hort in gemischten Gruppen untergebracht. Die Mischung erhöht spielerisch die Integrationsbereitschaft und bereitet den gemischten Unterricht in der Mittelstufe sehr gut vor.

Hengstenbergturnen, Heileurythmie, Kinderkonferenzen, individuelle Entwicklungspläne und intensiver Austausch mit den Eltern unterstützen die pädagogische Arbeit. Eine Supervisorin steht den Lehrern beim Teamteaching beratend zur Seite. Einmal wöchentlich treffen sich die Lehrer der Integrationsklassen in einer Konferenz, um über die Entwicklung der Kinder zu beraten.

In der Mittelstufe ab Klasse fünf beginnt die Zusammenführung der Jahrgangsstufe ABC. Das offene Ganztagsmodell ab Klasse 5 will die Bedürfnisse der Schüler nach intensiverem Miteinander befriedigen und integrativen pädagogischen Ansprüchen gerecht werden. Dieses Modell ermöglicht eine flexiblere und individuellere Förderung aller Schüler. Erzieher und Sozialpädagogen können auf diese Weise besser in die pädagogische Arbeit mit eingebunden werden.

Am Nachmittag arbeiten die Schüler in kleinen, klassengemischten Gruppen, nach sozialen und pädagogischen Gesichtspunkten. Sie haben als feste Ansprechpartner die sogenannten Piloten (Erzieher und Sozialpädagogen) die sie bei den Hausaufgaben und Projekten begleiten. Auch junge Menschen im freien sozialen Jahr begleiten die Schüler in diesen Zeiten. Die Auflösung der Klassenverbände in den Nachmittagsstunden hilft dabei, verhärtete Rollenzuschreibungen umzuschmelzen und sich gegenseitig anders wahrzunehmen. Dies trägt sehr zur sozialen Integration der Kinder bei.

Alle Schüler führen nun ein Pensenbuch in dem sie individuell festlegen, was sie sich für die Woche vornehmen. Am Ende der Woche wird das Geleistete durch qualitative Rückmeldung von Mitschülern und Lehrern ausgewertet. Das Arbeitsmaterial für ihre Projekte finden die Schüler in eigens dafür eingerichteten Räumen.

Auch in der Oberstufe wird das Projekt ABC fortgeführt. Erste Versuche klassenübergreifenden Unterrichtens und die Durchführung von Unterricht mit Portfolios unterstützt die Individualisierung des Unterrichts im besonderen Maße. Weiter bemühen wir uns um Berufsorientierung durch ein berlinweites Netzwerk an Praktikumsstellen.

Ulrike Barth und Kerstin Zillmer

 

Wer raschelt da im Unterricht?

Am 3. Dezember 2014 erschien im Tagesspiegel ein Artikel über Familie Ritschel, deren Söhne seit 4 Jahren an unsere Schule gehen. Von ihren Erfahrungen im Leben mit einem behinderten Kind schreibt Deike Diening klug und feinfühlig. Sie zeigt die Arbeit unserer Schule aus einer anderen Perspektive. Mehr erfahren

Praxisbuch Inklusion von Dr. Ulrike Barth und Thomas Maschke

“Inklusion – Vielfalt gestalten” ist das Praxisbuch von Dr. Ulrike Barth und Thomas Masche. Es behandelt viele relevante Gesichtspunkte, von Inklusionspädagogik vom Vorschulalter über die verschiedenen Unterrichtsfragen in der Schule, bis zum Berufseinstieg. Auch rechtliche und gesellschaftliche Belange werden im Buch thematisiert. Mehr erfahren

Artikel in der Zeitschrift Erziehungskunst

Under Polar Skies – Die Inuit in Kreuzberg

Das Waldorf-Magazin “Erziehungskunst” widmet sich auf 4 Seiten der Entstehung von “Under Polar Skies”. Das englischsprachige Klassenspiel der 6bc der Freien Waldorfschule Kreuzberg wurde von Dirk Hoffman, dem Englischlehrer entwickelt und im März 2014 an der Schule aufgeführt. Mehr erfahren

Beginnen können wir nur bei uns selbst – neue Impulse für die Inklusion

Großer Erfolg für den ersten bundesweiten Inklusions-Kongress an der Freien Waldorfschule Kreuzberg mit über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Berlin, den 24. September 2013. Eine Waldorfschule will eine Schule für alle sein – auch und gerade in Zeiten der Inklusion. Wie ernst die Waldorfpädagogik diesen Auftrag nimmt, zeigte sich am vergangenen Wochenende an der Freien Waldorfschule Kreuzberg (FWSK) in Berlin. Mehr erfahren

Extrastunde

“Jede Extrastunde sollte gestaltet sein als konzentrierte Meditation über die archetypische Form des physischen Leibes in seinen Bewegungen.” (Audrey McAllen).

Die Extrastunde ist an der FWSK ein fester Bestandteil des Schulangebotes. Im Mittelpunkt steht immer das Kind. Die Extrastunde ist ein Ort, um zu SEIN. Hier ist immer Raum für Bewegung und Veränderung. Ihre erste Extrastunde erhalten alle Kinder in der zweiten Klasse, sie bildet die Basis für eventuell nötige weitere Förderarbeit.

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Arbeitskreis Inklusion des Bundes

Die “Kreuzberger Erklärung”, erarbeitet vom Arbeitkreis Inklusion: Grundlegende Gesichtspunkte zur Verwirklichung von Inklusion im Bildungswesen – Download:
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Was ist eigentlich Inklusion?

Inklusion in 80 Sekunden erklärt.

Aktion Mensch hat einen Film zum Thema bereitgestellt und bietet auf der Website aktion-mensch.de/inklusion viele weitere Infos zum Thema:
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