Einschulung

Organisatorisches

(Stand 30.11.2021)

In den Wochen bis zu den Weihnachtsferien laden wir die Kinder mit voraussichtlich sonderpädagogischem Förderbedarf und ihre Eltern zu Kennenlern-Einzel-Terminen ein.

Derzeit sichten wir alle Anmeldungen und versenden – leider, weil es insgesamt einfach zu viele Anmeldungen sind – die ersten Absagen…

Direkt nach den Winterferien (ab 10.1.2022) planen wir, Spielgruppen à sechs Kinder einzuladen. Parallel zur Spielgruppe finden Elterngespräche statt. Die Einladung dazu senden wir voraussichtlich kurz vor den Weihnachtsferien raus.

Die Zu- und Absagen werden wir Mitte bis Ende Februar geben können. Vertreter*innen des Finanzkreises werden anschließend einen Termin zur gemeinsamen Festlegung des Schulbeitrags vereinbaren, einen ersten Elternabend, an dem wir die Klasseneinteilung bekanntgeben und – hoffentlich – die neuen Klassenlehrer*innen vorstellen werden, sehen wir für Juni vor, Details folgen.

 

Grundsätzliches zur Einschulung

Bei allen für die Schule angemeldeten Kindern stellt sich die Frage, ob sie direkt in unsere 1. Klasse aufgenommen werden können oder lieber (noch) nicht. Denn wir halten den Begriff der Schulreife nach wie vor für relevant, und wir wertschätzen – für die gesunde Entwicklung der Kinder – das letzte Jahr im Kindergarten, das „Königsjahr“.


Die „Schulreife“ in der Waldorfpädagogik

Die Waldorfpädagogik unterscheidet deutlich zwischen Lernen im Elementarbereich und schulischem Lernen. Während das schulische Lernen auf die anleitende Lehrpersönlichkeit gerichtet ist (Lernen mithilfe der „geliebten Autorität“), geschieht das vorschulische Lernen im Wesentlichen freilassend im Spiel (Lernen durch Nachahmung). Ziel des vorschulischen Lernens ist die Entwicklung von elementaren Basiskompetenzen, auf denen in den Folgejahren schulisches Lernen aufbaut.

Wann der Schritt vom vorschulisch-nachahmenden zum schulisch-angeleiteten Lernen für das einzelne Kind richtig und notwendig ist, hängt auch – aber eben nur zum Teil – von seinem Alter ab. Entscheidend sind in erste Linie der körperliche und der seelische Entwicklungsstand des Kindes, den es festzustellen gilt. Dafür gibt es an der FWSK ein Einschulungsgremium. Durch Einschulungsuntersuchungen sowie ausführliche Gespräche mit den Erziehungsberechtigten wird jeweils individuell überlegt, ob die Schulfähigkeit für eine Einschulung in die 1. Klasse voraussichtlich im Sommer erreicht sein wird, oder ob eine Zurückstellung zu empfehlen ist. Denn gerade das Erziehungskonzept der (Waldorf-)Kindergärten ermöglicht die optimale Förderung der Kinder in ihrer Lern- und Entwicklungsphase im Elementarbereich.

Folgende Gesichtspunkte sind dabei wesentlich:

Körper- und Bewegungskompetenz
Entwicklung von Grob- und Feinmotorik, Gleichgewichtssinn, Körperwahrnehmung und Körpergefühl.

Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz
Entwicklung der Sinne (Tast-, Eigenbewegungs-, Geschmacks-, Geruchs-, Seh-, Hörsinn etc.) durch Erlebnisse in der realen Welt.

Sprachkompetenz
Gute sprachliche Vorbilder mit deutlicher, bildhafter Sprache beim täglichen Erzählen oder Vorlesen von sinnvollen Geschichten und bei der Pflege von Liedern, Versen, Fingerspielen etc.

Phantasie- und Kreativitätskompetenz
Phantasieanregende, das heißt freilassende, nicht genormte Spielzeuge und -materialien.

Sozialkompetenz
Entwicklung von Selbstwertgefühl, von Verantwortungsgefühl und Vorbildfunktion in einer altersgemischten Gruppe.

Motivations- und Konzentrationskompetenz
Erleben von lebensgemäßen Tätigkeiten der Erwachsenen (Hausarbeit, Festvorbereitungen, Handwerk etc.), die gestaltet und zu Ende geführt werden.

Ethisch-moralische Kompetenz
Regeln, Rituale, Klarheit und Wahrhaftigkeit, Achtung vor anderen Menschen, anderen Kulturen und der Schöpfung. Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft.

Hier finden Sie mehr Information dazu.

Das Königsjahr

Das letzte Kindergartenjahr nennen wir gern das „Königsjahr“. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die etwa fünf- bis sechsjährigen Kinder in ihrer Kindergartengruppe jetzt eine führende Position erlangen. Sie kennen den Ablauf im Kindergarten-Alltag, sie haben Überblick und können auf ganz neue Art initiativ werden und beispielsweise die kleineren Kinder in Rollenspielen anleiten. Jetzt sind sie (endlich) die Großen! Dieses Jahr wollen wir den Kindern nach Möglichkeit erhalten. Eltern wie auch Kindergärtner*innen bemerken hier gelegentlich, dass diese ältesten, fast schulreifen Kinder sich langweilen, dass sie möglicherweise „mehr bräuchten“, als ihnen im Kindergarten geboten werde, so dass eine frühere Einschulung ganz sinnvoll erscheint. Wir halten dagegen, dass es durchaus pädagogisch sinnvoll sein kann, Kinder solche Phasen der Langeweile zuzumuten. Sie beginnen in diesem Alter, sich auf neue Art und Weise nach außen zu orientieren. Wird das von den Erwachsenen richtig begleitet, sind diese Phasen immer vorübergehend, und schließlich finden die Kinder in eine neue kreative Spielphase. So werden sie dazu kommen, eigenes Phantasiepotential zu entdecken und zu aktivieren, was bei einem vorzeitigen Wechsel in die Schule durch die dann ganz anders gearteten Anforderungen oft nicht geschieht. Einer noch im Jugend- und Erwachsenenalter nicht selten anzutreffenden „Mir-ist-langweilig – also-biete-mir-was“-Mentalität muss und kann vorgebaut werden.

Einschulungsuntersuchung

Bei der Einschulungsuntersuchung versuchen wir, die gesundheitliche und die familiär-soziale Vorgeschichte zu erfassen (Elterngespräch), und wir machen uns ein Bild vom Entwicklungsstand der Kinder. Dazu laden wir alle Kinder zu kleinen Spielgruppen in die Schule ein, so dass wir sie kennenlernen können. Parallel zu diesen Spielgruppen (oder im Anschluss) werden die Elterngespräche geführt. Mit den Erziehungsberechtigten beraten wir dann, ob – je nach Entwicklungsstand ihres Kindes – die 1. Klasse in Frage kommt oder ob wir eine Rückstellung empfehlen.

Anmeldung

Der Anmeldezeitraum für die Erstklässler für das Schuljahr 2022/23 war vom 27. September bis zum 8. Oktober 2021, siehe: Aufnahme / Einschulung.