Kunstreise

Die Kunstreise ist Bestandteil des Lehrplans unserer Schule.  Auf dieser Reise setzen sich die Schüler*innen künstlerisch mit einer anderen Kultur auseinander, um die eigenen Wurzeln in größerem Zusammenhang zu erkennen. Der Reisebericht und die künstlerischen Arbeiten sind Teil der Kunstepoche und werden den Eltern und der Schulöffentlichkeit nach der Fahrt präsentiert.

Die Kunstfahrt ist die letzte gemeinsame Klassenfahrt und einer der Höhepunkte der zwölf Jahre Waldorfschule. Das Reiseziel bestimmen die Schülerinnen und Schüler mit und organisieren die Fahrt zu großen Teilen selbstständig. Vierzehn Tage tauchen die jungen Menschen zusammen in die kulturellen und künstlerischen Eigenheiten eines anderen Landes ein und verbringen dabei noch einmal intensiv Zeit miteinander.

Neben Reisen nach Italien, Griechenland, Spanien und Kroatien entschieden sich in zwei Jahrgängen unsere Schüler*innen für eine Kunstfahrt in die Türkei. Das Land, das als Wiege der europäischen Kultur gilt, spiegelt die Kreuzberger Mischung und die Nachbarschaft unserer Schule wider. Istanbul ist als Zentrum für Kunst und Kultur eine der beliebtesten Städte Europas. Für die Schüler*innen war es deshalb besonders spannend, die türkische Kunst und Kultur vor Ort sehen und erleben zu dürfen.

Gegenstand der Kunstreise bildete die kunst- und architekturhistorische, sowie kulturelle Tradition des Landes, mit ihren Kunstschätzen wie der Hagia Sophia oder der Blauen Moschee.  Eindrucksvoll war dabei das dichte Nebeneinander der christlichen und islamischen Kunst und Kultur in Istanbul.

Ganz besonders interessant war für die Schüler*innen aber die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst – auf der Biennale in Istanbul im „Museum of Modern Art“ oder beim Besuch des „Museums der Unschuld“ von Orhan Pamuk. Die kreative Auseinandersetzung und Schulung des Sehens und Wahrnehmens in Form von Vorträgen, Interviews, Zeichnungen und Fotos verdeutlichte den Schüler*innen, wie nah und vertraut uns die gesellschaftlichen Probleme und Lebensverhältnisse anderer Kulturen in einer globalisierten Welt sind.

In der zweiten Hälfte der Reise entwickelten die Schüler*innen vor diesem Hintergrund ihre eigenen Kunstprojekte in unterschiedlichen Ausdrucks- und Gestaltungstechniken wie Land Art, Objektkunst, Aktionskunst oder Videokunst. Trotz der Sprachbarrieren entwickelte sich bei dieser künstlerischen Auseinandersetzung ein intensiver Austausch mit Land und Bevölkerung. Sonne, Meer, und das intensive Leben in der Gruppe machen die Kunstreise immer wieder zu einem herausragenden Erlebnis zum Ende der Waldorf-Schulzeit.