Teamteaching, Förderarbeit, Inklusion

Teamteaching

An der Freien Waldorfschule Kreuzberg werden seit Sommer 2003 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf aufgenommen und von zwei PädagogInnen innerhalb einer Klasse unterrichtet.

Teamarbeit ist ein wichtiger Baustein der pädagogischen Arbeit in den inklusiven Klassen: Jeweils zwei Lehrkräfte führen diese Klassen gemeinsam. Die Teams bilden – je nach Kompetenzen – ihre Schwerpunkte aus. Dabei ist mindestens eine Lehrkraft sonderpädagogisch geschult.

Förderarbeit

Die Förderarbeit an der Freien Waldorfschule Kreuzberg beginnt von Anfang an mit einer Diagnose bei den Schuleingangsuntersuchungen durch den Schularzt und die erste Extrastunde, die jedes Kind im Laufe der zweiten Klasse erhält. Sie bilden die Basis für eventuell notwendige weitere Förderarbeit.

Fördern heißt:

Hindernisse auf dem Lernweg der Kinder zu erkennen:

  • in der sinnlichen Wahrnehmung und Verarbeitung
  • in häuslichen Zusammenhängen
  • in der Wirkung der schulischen Didaktik
  • gegebenenfalls diagnostische und therapeutische Wege außerhalb der Schule anzuregen
  • die Lernwege des Kindes mit allen Beteiligten zu ebnen
  • die Lehrer zu beraten
  • auf die Begabung der Kinder zu bauen
  • Anwalt der Kinder zu sein

In Zusammenarbeit der FörderlehrerInnen mit den KlassenkollegInnen entstanden und entstehen immer wieder Projekte gemeinsamer Unterrichtsarbeit und Kollegiumsfortbildungen zu neuen Unterrichts-Methoden. Hier fließen neueste Erkenntnisse aus der Unterrichtsmethodik mit dem anthroposophischen Wissen über Kindesentwicklung zusammen. Dabei haben wir das Ziel, dass jedes Kind einzeln dabei gewinnt.

Inklusion

An der Waldorfschule wird hauptsächlich gemeinsam unterrichtet. Grundlage dafür ist der Gedanke, dass alle Menschen ein grundsätzliches Recht auf Gleichbehandlung haben. Gleichzeitig wird eine Individualisierung angestrebt, die dem jeweiligen Bedarf jeden Kindes entspricht.

Kooperation verstehen wir deshalb in einem besonderen Zusammenhang: In neuen Fachdiskussionen wird nicht mehr von Integration (= Eingliederung) gesprochen, sondern von Inklusion (= Einschließung). Dies benennt einen Perspektivwechsel und einen Qualitätssprung. Inklusion bedeutet, dass jedes Kind und jeder Mensch das Recht hat, dazuzugehören, und doch ebenso auch ein Recht auf Diversität (= Vielfältigkeit) besitzt. Niemand wird ausgeschlossen. Inklusion sollte somit die Basis jeder Schulform sein. Jede Form und jeder “Schweregrad” von Förderbedarf wird berücksichtigt. Jedes Kind hat eine unterschiedliche Zielvorgabe, jeder Mensch ist für den anderen wichtig und jeder kann für den anderen einen entscheidenden Beitrag schaffen.

Mehr zum Thema Inklusion finden Sie unter Inklusion.