“Der Schatten”, Klassenspiel der 8a

Am 8. und 9. Dezember spielt die Klasse 8a das Klassenspiel “Der Schatten” von Jewgeni Schwarz in der Regie von Fridjhof Vareschi. Alle sind herzlich eingeladen.

 

 

„Sie wissen nicht, dass sie in einem ungewöhnlichen Land leben. Alles, was es in anderen Ländern als Märchen gibt, gibt es hier wirklich.“

In einem wundersamen Land, in dem alles so vertraut und doch märchenhaft verrückt erscheint, sucht der Dichter Hans Christian die Liebe zur Prinzessin. Sein eigener Schatten wird ihm dabei zum Verhängnis, denn nur der versteht es, hinter die Strukturen der Macht zu schauen und sich ihrer schamlos zu bedienen. Dieser skrupellose Schatten wird immer mächtiger, und weil ihn sein einstiger Herr stört, lässt er ihn köpfen. Unangenehm freilich, dass der Schatten bei dieser Gelegenheit gleichfalls den Kopf verliert. Ein bizarres Schauspiel in manchmal „fast unerträglicher Nachbarschaft von Komik und Grauen“, wie Hans Mayer 1947 zur legendären Berliner Inszenierung durch Gustav Gründgens schrieb. (Quelle: henschel SCHAUSPIEL 2018)

1940 geschrieben, erscheint uns das anspruchsvolle und tiefgründige Stück des russischen Autors Jewgeni Schwarz wie ein aktueller Kommentar zu den Krisen unserer heutigen Zeit. Es offenbart die Schattenseiten der Gesellschaft, entlarvt die strategischen Manöver ihrer Eliten und zeigt das allgegenwärtige Wechselspiel zwischen Macht und Ohnmacht.

Über den Autor Jewgeni Schwarz
Jewgeni Schwarz wird am 21.10.1896 in Kasan geboren und wächst im nördlichen Kaukasus auf. Bis zur Revolution studiert er Jura in Moskau und Rostow. Er nimmt Gelegenheitsjobs an und ist Mitglied einer Amateur-Theatergruppe. Ab 1922 arbeitet er redaktionell für Zeitschriften und mit Daniil Charms an einem Kinderbuch. Er wird Lektor im Staatsverlag OGIS, 1930 Theaterdramaturg, dann freier Schriftsteller. 1931 beginnt die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Nikolai Akimow, der fast alle Schwarz-Stücke uraufführt. Seinen ersten größeren Bühnenerfolg feiert er 1938 mit der Schneekönigin. 1941 während der Leningrader Blockade wird er evakuiert, lebt bis zum Kriegsende in Taschkent, wohin auch das „Theater der Komödie“ verschickt wird, mit dem er eng zusammenarbeitet. Für seine Geschichte einer jungen Ehe erhält er keine Spielerlaubnis, Der Drache wird 1944 nach zwei Generalproben bei einem Gastspiel in Moskau verboten. In den Nachkriegsjahren wird die Zensurpraxis verschärft, Schwarz’ Märchenstücke werden kaum gespielt. 1949 beginnt er mit Tagebuchaufzeichnungen, die posthum als Memoiren veröffentlicht werden. Er stirbt nach langer schwerer Krankheit am 15.01.1958 in Komarowo bei Leningrad. Jewgeni Schwarz schrieb etwa 30 Theaterstücke.

Der Regisseur Fridjhof Vareschi
Fridjhof Vareschi, in Kenia geboren und bei München aufgewachsen, studierte Kulturwissenschaften in Leipzig und Schauspielregie in Moskau. Er arbeitete als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Staatstheatern, bevor er sich für eine mehr pädagogische Laufbahn entschied. Heute inszeniert er freischaffend Klassenspiele an Waldorfschulen, gibt Theaterworkshops in Betrieben und an Schulen und übermittelt Theaterstücke.

Spieltermine:
Samstag, 08.12.2018 um 19.30 Uhr
Sonntag, 09.12.2018 um 16.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.