Oberstufentage “Globale Gerechtigkeit” 28.-29. Nov. 2005

SchülerInnen-Rückblick
Die folgenden Notierungen stammen von SchülerInnen der Klassen 11 und 12. Sie sind kaum redaktionell bearbeitet, nur fragmentarisch ausgewählt und aneinandergefügt durch den Sozialkundelehrer A. Ibing.
“Wichtig war … dass die gesamte Oberstufe zusammen ein Problem behandelt hat … dass durch klassenübergreifende Gruppen eine gute Diskussions-Atmosphäre entstanden ist … solche Aktionen sollten wir öfter machen … gute Erfahrung, da ich das erste Mal mit Dingen konfrontiert wurde, die mich eigentlich direkt betreffen, aber über die “nie” geredet wird … wie umfassend der Begriff “Gerechtigkeit” doch ist und was die Gründe für die Ungerechtigkeit sind … interessant, wie unterschiedlich die Meinungen der Schüler aus verschiedenen Klassen zum Thema WTO waren … zu erfahren, wie dort die Entwicklungsländer eigentlich gar nicht beachtet werden … dass man Kunden-Verantwortung und Firmen-Verantwortung (positiv wie negativ) gestalten kann … Menschenrechts-Verletzungen bei der Textilverarbeitung … auf der einen Seite unterstützt die BRD Entwicklungspolitik und auf der anderen wirkt sie mit wirtschaftlichen Methoden dagegen … nicht bewusst gewesen, wie viel wir damit zu tun haben … dass das Elend der Entwicklungsländer in einigen Fällen verhältnismäßig unkompliziert zu lösen wäre, aber die Regierungsmächte nicht auf ihre Stellung und ihren Profit verzichten wollen … mich am meisten bewegende Punkt die Ausbeutung des Kongo durch die Industrieländer … Kindersoldaten und der Rohstoffkrieg im Kongo…mich hat das Schicksal dieser Kinder sehr bewegt … Zusammenhänge zwischen meinem Handy und dem Krieg… habe einzelne Schicksale Zwangsprostituierter behandelt … zur WM Erwartung von 30.000 neuen Zwangs-Prostituierten in Deutschland … erst bewusst geworden, dass Menschenhandel Alltag ist, dass der ganz in meiner Nähe betrieben wird … dass mit Menschenhandel mehr Profit gemacht wird als mit Waffen- und Drogenhandel … dass ich neu erfahren habe, wie viele Menschen an Hunger leiden … 30 Mio. Menschen im Jahr sterben an Hunger, und 850 Mio. Menschen leiden an Hunger … mir wurde bewusst, dass jeder von den Vorgängen und Zuständen weiss, …aber man braucht immer wieder Anstöße, …dass es diese Ungerechtigkeit gibt … mich überfällt Grauen und Hoffnungslosigkeit … zu wissen, wie schlimm und absolut wahr es ist, ist ein Schritt auf dem Weg, das zu verbessern … … wenn man unwissend ist, können böse Dinge viel einfacher passieren … zu erfahren, bei welchen konkreten Ereignissen beim Einsatz gegen den Hunger etwas erreicht wurde … dass man viel mehr mit Engagement als mit Geld weiterhelfen kann … hätte nicht gedacht, dass Unterschriften Sammeln und Politiker unter Druck Setzen tatsächlich etwas bringt … weil man sonst meistens denkt, dass es ja doch nichts hilft, wenn man sich für eine Sache einsetzt … Kennenlernen von Organisationen und deren Arbeit … die vielen Möglichkeiten, wie man diesen Menschen auch helfen kannn, welche viel vielseitiger sind, als ich gewusst habe … dass man nur eine weitere Themen-Gruppe durch Auslosung kennen lernen konnte, war misslungen … hätte gerne alle Gruppen in dem Ausmaß kennen gelernt … mir kamen meine eigenen kleinen Probleme total unbedeutend vor … von den restlichen Gruppen so gut wie nichts mitbekommen … zwischen-menschlich eine Erfahrung, auf die ich positiv zurückschauen kann … interessant, berührend und bildend … nicht gefallen hat mir, dass sie nur zwei Tage lang waren …die Tage hätten länger sein können … sehr aufschlussreich! … auch die ganze folgende Woche hat mich das sehr beschäftigt und an der Menschlichkeit der Menschheit zweifeln lassen. Und keiner hat eine Lösung dafür anzubieten … wie wenige SchülerInnen sich für solche Themen interessieren … mir wurde nicht das Gefühl vermittelt, dass ich etwas ändern könnte … jedes Jahr unter einem solchen großen und wichtigen Thema veranstalten … positiv gelaufen … sehr positives Fazit, möchte gerne mehr klassenübergreifende Aktionen.”
Programm:
Amnesty International (ai):
Fr. Raiser-Schting, Thema:
Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun?
Deutscher Entwicklungsdienst (DED):
Pablo Obrador, Thema:
Fairer Handel – Kakao-Projekt: “Umweltschutz und Gerechtigkeit gehen zusammen”
Terre des Femmes (TdF):
Fr. Kalthegener, Thema:
Menschenhandel aus Rumänien, Russland, Weißrussland und der Ukraine
Bundesverband der deutschen Industrie (BDI):
Hr. Dr. Schall, Thema:
“Globalisierung gestalten – Freiheit sichern!”
Attac:
Fr. Nadja Schwarzenbach und weitere, Thema:
“Freihandel oder Fairer Handel?” (World Trade Organisation, WTO, und die Auswirkungen internationaler Verträge)
FoodFirst Informations- und Aktionswerk (FIAN):
Fr. Maskow u. Fr. Piepenbrink, Thema:
“All you can eat? Mit Menschenrechten gegen den Hunger”
Greenpeace:
Hr. Patrik Löhr, Thema:
Atomkraft und regenerative Solarenergie

