Berlin-Kreuzberg, 12. Mar 2010

Gartenbau in der Schule

Zwischen den naturkundlichen Epochen der unteren Klassenstufen, wie Tier- und Pflanzenkunde, und der Auseinandersetzung mit Evolution, Ökologie und Genetik in der Oberstufe, findet inmitten der Schulzeit – in den Klassen sechs, sieben und acht – ganz praktisch die Arbeit im Garten statt.

Elementare Tätigkeiten an den Komposten, an den Beeten mit Gemüse, Kräutern und Blumen sowie verschiedene Arbeiten in den Grünanlagen des Schulgeländes, mit ihren Sträuchern und Bäumen, werden zu allen Jahreszeiten ausgeführt.

Seit 1990, als die erste 6. Klasse mit der Arbeit begann, haben bereits viele Schüler und Schülerinnen unter fachkundiger Anleitung einen Teil des Schulgeländes zunehmend kultiviert. Dabei stehen die sachlichen Notwendigkeiten an erster Stelle.

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Oben: Anlagen-Skizze zum Innenhof zwischen den “C”-Pavillons

Rechts: Ausschnitt Kräuterbeet

Die Gestaltung des Innenhofs im Sommer 2006

Ausgangssituation:

Wo jetzt der Innenhof unserer Schule ist, waren früher einmal Pausenhof und Haupteingang. Der Bau wurde erweitert, ein Innenhof entstand und geriet im Lauf der Zeit in Vergessenheit; man ignorierte ihn einfach, er war hässlich, langweilig und kahl. Zwei Bäume und ein paar kümmerliche Pflanzen waren das einzige Farbige in diesem Hof. Neben einer Lärche stand ein Bambus und auf dem Boden wuchs ab und zu ein einzelnes Grashälmchen.

Wir, die 8. Klasse, nahmen uns dieses Jahr vor, den Hof so zu verändern, dass man sich gerne dort aufhalten möchte.

Unsere Ziele:

Ein Sinnes-Erlebnishof sollte entstehen. Ich denke, wir hatten alle wilde Vorstellungen, wie es einmal aussehen würde: ein Springbrunnen könnte ein angenehmes Hintergrundgeräusch ergeben, ein Tastweg Massage für die Füße werden und unter dem Vordach eine Sandfläche mit Liegestühlen entstehen.

Umsetzung:

Wir teilten uns in Gruppen auf. Einige befragten Lehrer und Schüler nach Ideen, andere erforschten die Geschichte des Hofes, machten Bestandsaufnahmen und Planskizzen.Wir mussten uns mit dem Fluchtweg auseinandersetzen und der Denkmalschutz ließ manche Idee nicht zu. Der Hof wurde vermessen und für die Bepflanzung mussten wir den Lauf der Sonne beachten.

Zwischenergebnis:

Die Zeit raste dahin, und wir kamen nur sehr langsam voran. Jeder musste sich eingestehen, dass zur Umsetzung all unserer Ideen auch eine Menge Durchhaltevermögen gehört.

Endergebnis:

Wir haben Unkraut gejätet, den Kirschbaum beschnitten, neue Beete angelegt, umgepflanzt, Gras gesät, bunt bemalte Rankhilfen errichtet und den Tastweg, wenn auch viel kürzer als geplant, so gut wie fertig gestellt. Im Werkunterricht entstanden bunte Drehscheiben für die optische Täuschung, wir stellten sie auf und errichteten Wasserrinnen.

Meinungen aus unserer Gruppe:
Wir kamen zwar nur langsam voran, es wurde viel theoretische Arbeit gemacht, doch im Großen und Ganzen hat die Arbeit Spaß gemacht und es ist Farbe und Leben in den Hof gekommen. Schade, dass noch nichts aus dem Sitzplatz geworden ist.

Clara Cojaniz, Schülerin 8. Klasse, Juli 2006

Fotos (c) Johann Böhmer

Mehrere achte Klassen verwirklichten kleine Projekte.

Gestaltung des Hofs am Max-Taut-Bau (2005)

“Ich erzähle vom Hof am Max-Taut-Bau, was und warum wir ihn bearbeitet haben:
Wir haben als erstes den Götterbaum gefällt und die Wurzeln gerodet (Der alte Bestand an Kräutern war schon umgepflanzt und in die Fläche Gründüngung gesät). Der Grund: Er nimmt zu viel Licht und die Wurzeln dringen in das Gebäude.garten3

Die Wegplatten haben wir, den ursprünglichen Plänen entsprechend, wieder in gerade Linien gelegt. Die Hasel schnitten wir kurz, weil sie zu groß gewachsen war; jetzt kann sie wieder neu als Strauch wachsen. Wo im Erdboden im Laufe der Zeit Kuhlen entstanden waren, füllten wir Erde auf und verteilten überall Komposterde. In den Kräutergarten kommen Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin, Petersilie, Thymian …”

(von Malin, 8. Klasse 2005)

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Im neuen Kräutergarten wachsen jetzt verschiedene Salbei- und Minzearten, Waldmeister, Weinraute, Beinwell, Wermut und was noch einen guten Platz findet. Holz-Etiketten bezeichnen die Pflanzen mit deutschen und botanischen Namen und können jederzeit besucht werden.

Doris Wilke (Lehrerin fwsk)

FWSK

Schild am Eingang

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