Berlin-Kreuzberg, 4. Sep 2010

Über die Förderarbeit in der “Extrastunde”

Bericht von Ulrike Barth, Sonderpädagogin und Waldorflehrerin, Lerntherapeutin (FiL), Erwachsenenpädagogin, seit 1995 an der Schule. Seit 2005 Leitung des Sonderschul-Zuges (Förderschwerpunkt “körperlich-motorische Entwicklung”)

Die Extrastunde wurde an der FWSK schon bald nach der Schulgründung ein fester Bestandteil des Schulangebotes. Zum Anspruch einer solchen Stunde schreibt die Pädagogin Audrey McAllen: “Das künstlerische Element der Extrastunde liegt zwischen Kind und Lehrer. Es bedarf der Beobachtung und inneren Arbeit des Lehrers, um zu verstehen, wo das Kind besondere Schwierigkeiten hat. Es bedarf des inneren künstlerischen Empfindens des Lehrers, um die Stunde so aufzubauen, dass das Kind die darin enthaltenen Prozesse aufnehmen kann.”

Hauptbestandteil unseres speziellen Förderunterricht-Konzeptes ist es, die Kinder in ihrer spezifischen Ausgangslage beim Lernen wahrzunehmen, sie auf ihrem Lernweg zu begleiten und gegenüber auftretenden Schwierigkeiten zu unterstützen. Aufgrund der Diagnosen finden Eltern- und Lehrer-Beratungsgespräche statt, die von einer engen Zusammenarbeit im Therapie- und Förderbereich und im übrigen Kollegium begleitet werden.

Im Mittelpunkt steht immer das Kind. Die Extrastunde ist ein Ort, um zu SEIN. Hier ist immer Raum für Bewegung und Veränderung. Mit dem Beginn unseres Kooperationsprojektes wurde in dem neuen Bewegungsraum für die Kinder der unteren Klassen ein spezieller Bewegungsunterricht mit Elementen der Hengstenberg-Arbeit ermöglicht (siehe….) Diese Arbeit entspricht in ihrer Konzeption den neuesten Erkenntnissen über die Entwicklungsbedürfnisse auf dem Sektor der Bewegungs- und Sprachentwicklung der Kinder in den Unterstufen-Klassen.

In Zusammenarbeit mit den KlassenkollegInnen entstanden und entstehen immer wieder Projekte gemeinsamer Unterrichtsarbeit und Kollegiumsfortbildungen zu neuen Unterrichts-Methoden. Hier fließen neueste Erkenntnisse aus der Unterrichtsmethodik mit dem anthroposophischen Wissen über Kindesentwicklung zusammen. Dabei haben wir das Ziel, dass jedes Kind einzeln dabei gewinnt:

“Jede Extrastunde sollte gestaltet sein als konzentrierte Meditation über die archetypische Form des physischen Leibes in seinen Bewegungen.” (Audrey McAllen).

Die Förderarbeit an der Freien Waldorfschule Kreuzberg beinhaltet von Anfang an eine exakte Diagnose. Die Schuleingangsuntersuchungen und die erste Extrastunde, die jedes Kind im Laufe der zweiten Klasse erhält, bilden die Basis für eventuell notwendige weitere Förderarbeit.
Fördern heißt:

  • Hindernisse auf dem Lernweg der Kinder zu erkennen:
    • in der sinnlichen Wahrnehmung und Verarbeitung,
    • in häuslichen Zusammenhängen,
    • in der Wirkung der schulischen Didaktik,
  • gegebenenfalls diagnostische und therapeutische Wege außerhalb der Schule anzuregen,
  • die Lernwege des Kindes mit allen Beteiligten zu ebnen,
  • die Lehrer zu beraten,
  • auf die Begabung der Kinder zu bauen,
  • Anwalt der Kinder zu sein.

Informationen bei Frau Barth, Telefon: 615 10 10 26
oder bei Frau Erler im Schulsekretariat, Telefon: 615 10 10 0

FWSK

Schild am Eingang

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